Vater unser: Deutsch und Aramäisch

Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christen, es soll auf Jesus selbst zurückgehen. Du willst das Vaterunser nicht nur inhaltlich verstehen, sondern auch ein stückweit hinter den Kulissen schauen? Wir wollen Dir dabei helfen und stellen Dir unsere Arbeit vor.

  1. Was ist „Vaterunser“ für ein Gebet und woher kommt es?
  2. Was bedeutet das Vaterunser?
  3. Welche Ursprungssprache liegt bei Vaterunser zu Grunde?
  4. Warum lohnt es sich, Aramäisch als Ursprungssprache des Vaterunser zu erhalten?
  5. Welche Aufgabe spielt dabei unsere Organisation Senfkorn Kindertagesstätte gGmbH?
  6. Wie kannst Du helfen?

 

  1. Was ist „Vaterunser“ für ein Gebet und woher kommt es?

Im Evangelium von Lukas (Lk 11,1–4) und Matthäus (6,9-13) ist überliefert, wie Jesus seine Jünger damit gelehrt hat, zu beten. Das Vaterunser verbindet die weltweite Christenheit und ist in viele Sprachen übersetzt. In jedem Gottesdienst wird es gesprochen. Hier die längere Version nach Matthäus mit insgesamt sieben Bitten:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Hier das Vater unser auf Aramäisch. Hast Du es gewusst? Aramäisch ist die Sprache, die Jesus mit seinen Jüngern gesprochen hat. Damit ist das „Vater unser“ ursprünglich in Aramäisch gesprochen und sehr wahrscheinlich später auch niedergeschrieben worden.

 

Hier findest Du auch Videos auf youtube, wie es akustisch gesprochen und gesungen wird:

 

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2. Was bedeutet das Vaterunser?

Vater unser im Himmel
Hieraus lässt sich ableiten: Es ist unser Vater. Als Christ bete ich nicht „mein Vater“, sondern „unser Vater“. Demnach bedeutet es, dass wir als Menschen zusammengehören, eine große Familie sind. Zudem wird klar: Unser Vater befindet sich im Himmel. Jedoch nicht im Sinne von Himmel als Atmosphäre zwischen Erde und Mond bzw. Weltall, sondern dass Gott unser Vater sich in einer anderen Dimension befindet. Eine weitere Dimension, die wir als Sterbliche noch nicht sehen können. Erst, wenn wir als Seelen aufsteigen, sehen wir die weiteren Dimensionen. Viele Nahtod-Erfahrungen berichten über solche Dimensionen.

geheiligt werde dein Name.
Seinen Namen heiligen heißt auch verherrlichen. Es bedeutet auch, Gottes Namen zu schützen und ihn angemessen zu verehren. Leider werden viele schlimme Dinge in Gottes Namen gemacht. Daher befindet sich Gottes Name in Gefahr. Umso mehr müssen wir seinen Namen achten und richtig verehren.

Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
Daraus können wir ablesen, dass wir uns noch nicht in seinem Reich befinden. Das Irdische ist materiell und folglich vergänglich. Gottes Reich ist jedoch immateriell und somit werden unsere Körper wieder zu Staub werden und auf der Erde verbleiben gemäß dem Spruch „Asche zu Asche und Staub zu Staub“. Unsere Seele wird, vorausgesetzt wir folgen Jesu Botschaft, in Gottes Reich ihre Ruhe finden.
Dein „Wille geschehe“ bedeutet, dass wir Gottvertrauen lernen müssen. Gottes Wille ist etwas Positives. Wir sind seine Geschöpfe. Demnach vertrauen wir, was Gott für uns auf der Erde vorgesehen hat, mit all unseren Stärken und Schwächen. Oft kommt es anders als geplant. Und oft hat man das Gefühl, dass es gut so war, weil der ursprüngliche Plan uns wahrscheinlich in Bedrängnis gebracht hätte. D.h. nicht, dass wir nicht Verantwortung für unser Tun und Handeln und unser Leben übernehmen müssen. Im Gegenteil, das fordert unser himmlischer Vater, Jesus, sehr klar. Dabei müssen wir Gottes Herzenswunsch befolgen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lukas 10,27).

wie im Himmel so auf Erden.
Der Wille Gottes soll sowohl im Himmel, sprich in der anderen Dimension geschehen als auch auf Erden, hier, wo wir Menschen sind. Hier sieht man die Verbindung, die Jesus in seinem Gebet zwischen Himmel und Erde zieht. D.h. auch für uns Menschen: Jede unserer Handlungen, ob gut oder schlecht, hat später eine Verbindung, eine Konsequenz im Himmel.
Demnach sind wir Menschen auf Erden gefordert, hier unsere seelische Reife zu erlangen, so dass wir das Himmelreich erleben können und dürfen.

Unser tägliches Brot gib uns heute
Mit dem täglichen Brot ist einerseits die physische Nahrung gemeint, ohne die wir nicht überleben können. Dabei beten wir nicht nur für uns, sondern auch für unsere Mitmenschen, denen es an Brot und Nahrung mangelt. Man braucht sich nur die ungerechte Lebensmittelsituation auf der Erde anzuschauen. Während wir im Westen Lebensmittel täglich zuhauf wegwerfen, suchen Millionen armer Menschen dieser Welt ihre Nahrung im Müll.
Das tägliche Brot kann aber auch als „seelische Nahrung“ verstanden werden. Schließlich folgt die Materie dem Geist. Und wenn der Geist im Reinen ist, erfährt der Mensch eine noch innigere Verbindung zu seinen Mitmenschen und zu Jesus.

und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Die Bitte um Schuldvergebung steht als zentrale Botschaft des Christentums. Johannes der Täufer, der Jesus vorherging, hat diese Botschaft sehr intensiv an die Juden herangetragen. Jeder muss sich seiner Taten und folglich seiner Schuld bewusst sein. Diese Schuld wird an anderen Stellen die Sünde (Lügen, Stehlen, Lästern, Ehe brechen etc., vgl. „Zehn Gebote“) genannt. Nur wer sehr seine Schuld bereut und um Vergebung bittet, kann auch eine Verzeihung erfahren.
Umgekehrt, wenn unsere Mitmenschen uns Unrecht tun, uns gegenüber schuldig sind, so müssen wir ihnen vergeben. Jesus nimmt diese Schuld, unsere Sünden auf sich. Dies hat er bereits durch die Kreuzigung getan. Ist das nicht eine große Erleichterung? Wir können über unsere Schuld mit Jesus im Gebet sprechen und diese Last bei Jesus abladen. Damit ist das Gebet die beste, aufrichtigste und am Ende die sinnvollste Tätigkeit, die wir täglich üben können, um mit uns, unseren Mitmenschen und unserem lieben Vater im Himmel ins Reine zu kommen.

Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Unser Vater selbst versucht uns nicht. Sondern es sind vielmehr Versuchungen, mit denen wir konfrontiert werden. Die Versuchung, Geld aus einer Kasse zu stehlen, mit der hübschen Frau/mit dem hübschen Mann auf der Firmenfeier fremd zu gehen, über den einen oder anderen zu lästern usw.  Oft ist es die böse Seite im Menschen, die Gier, die Sucht oder einfach die Abstumpfung, die uns zu schlechten Taten verleiten. Auch Jesus wurde in der Wüste während seiner 40-tägigen Fastenzeit vom Satan versucht (Mk 1,12-13; Lk 4,1-13). Unsere Antwort darauf muss ein klares „Nein“ sein!
Darum bitten wir Gott mit reinem Herzen, den Versuchungen des täglichen Lebens, den Einflüsterungen des Bösen sie entlarven und entkommen zu können. Denn wir haben alle den Willen in uns, Gutes zu tun.

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3. Welche Ursprungssprache liegt bei Vaterunser zu Grunde?

Die ursprüngliche Sprache, in denen Jesus zu seinen Jüngern und dem Volke Israel sprach, war Aramäisch. Dies ist mehrfach durch die Archäologen und Historiker belegt. In Palästina verdrängte das Aramäische das Hebräische zunehmend. Zur Zeit Jesu wurde dort überwiegend Aramäisch gesprochen. Jesus wusste auch, dass er mit dem Aramäischen viel mehr Menschen erreichen konnte als mit der hebräischen Sprache. Daher hat er auch bewusst Aramäisch gesprochen, obwohl er der hebräischen und griechischen Sprache ebenfalls mächtig war. Viele Bibelskripte, die durch Ausgrabungen ans Tageslicht kamen, sind originär in Aramäisch verfasst worden. Dies gilt auch für das Alte Testament und die heiligen Schriften des Judentums. Folglich hat Jesus  seinen Jüngern auch das Vaterunser in Aramäisch gelehrt.

 

4. Warum lohnt es sich, Aramäisch als Ursprungssprache des Vaterunser zu erhalten?

Es gibt viele gute Gründe. Wir wollen Dir hier einige nennen:

  • Aramäisch hat Jesus gesprochen und sie war für Tausende Jahre Weltsprache der Antike
  • Aramäisch war schon immer der Brückenbauer zwischen den Kulturen
  • Aramäisch gilt als Weltkulturerbe, weil viele andere Sprachen darauf aufbauen
  • Aramäisch bietet einen tieferen Zugang zur Bibel, zum Talmud und anderen Schriften
  • Aramäisch sprechende Völker haben kein eigenes Land, um das Aramäische systematisch zu kultivieren

 

5. Welche Aufgabe spielt dabei unsere Organisation Senfkorn Kindertagesstätte gGmbH?

  • Wir wollen bilinguale KiTas betreiben, die neben dem Christentum als Schwerpunkt auch die aramäische Sprache vermitteln
  • Wir wollen das Aramäische als Brückenbauer zwischen den Kulturen wiederbeleben
  • Wir haben bereits mehrere Standorte im Blick, mit fortgeschrittenen Gesprächen mit den jeweiligen Behörden, Ämtern, Gemeinden und Eltern
  • Wir stehen kurz vor dem Start der eigenen KiTa, bilingual, deutsch-aramäisch
  • Wir fördern den Erhalt der aramäischen Sprache ab dem KiTa-Alter

 

6. Wie kannst Du helfen?

  • Mit Deiner Spende kannst Du uns helfen, das Vaterunser auf Aramäisch zu bewahren
  • Du hilfst damit, Plätze für Kinder zu schaffen, die sich noch besser integrieren können
  • Mit Deiner Spende können wir spezielle Fachkräfte für die KiTas, psychologische Hilfe für Flüchtlingskinder bereitstellen
  • Mit Deiner Spende unterstützt Du die Vermittlung christlicher Werte

 

Hilf mit!

Was viele möglicherweise nicht wissen: Die aramäische Sprache ist hoch gefährdet! Die christliche Volksgruppe, die aramäisch spricht, ist sehr klein. Die Flucht vor Kriegen, Verfolgungen und Repressalien im Nahen Osten verursachten mehrere Auswanderungswellen aus den Heimat-Ländern und große Umbrüche in der aramäisch-sprechenden Community. Die gravierenden Folgen: nur ein Bruchteil der Community spricht heute noch aramäisch.

Unsere Vision: Wir wollen bundesweit bilinguale KiTas (Deutsch-Aramäisch) betreiben. Wir sind tief überzeugt, dass wir auf diese Weise bereits im frühen Alter die aramäische Sprache fördern können. Dadurch verbessern wir die Integration und die Bildungschancen der Kinder.

Du willst helfen, dass die aramäische Sprache erhalten bleibt? Dann unterstütze uns jetzt mit Deiner Spende!

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  1. Ich bin so tief im Inneren berührt, wenn ich das Vater Unser in der Ursprungssprache höre. Ich wünsche Ihnen und ihrem Vorhaben alles erdenklich Gute und viel Erfolg. Kultur und Ursprachen sind so wertvoll und helfen uns alle, uns mit unseren Ahnen, den Wurzeln und mit Gott zu verbinden. Insbesondere in der jetzigen Zeit ist es wichtiger und essentieller denn je.

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